83. Wenn KI die Medienkrise nicht lösen wird, was dann?

Shownotes

Publix ist ein im Herbst 2024 eröffnetes "Haus für Journalismus und Öffentlichkeit" in Berlin-Neukölln. Im Gespräch mit Alexander Matzkeit erklärt seine Intendantin, die ehemalige "Zeit Magazin"-Chefredakteurin Maria Exner, welchem Zweck das Gebäude dienen soll, und welche inhaltlichen Schwerpunkte sie bisher setzen konnte. Exner betont, wie wichtig es ist, im Journalismus auch mal einen "Helikopterblick" einzunehmen, wie er aus der Wissenschaft kommt. Und sie erklärt, mit Blick auf ihren bevorstehenden Vortrag auf der re:publica 2026, warum sie glaubt, dass Künstliche Intelligenz nicht die Lösung für die Medienkrise ist, und warum es stattdessen Fördergelder für Innovationen braucht.

In der Medienkritik: der SWR-Podcast "Werner Herzog - Zu groß für Deutschland".

Links zur Sendung:
Publix Homepage
re:publica: Warum KI die Medienkrise nicht lösen wird
Veranstaltung des Grimme-Instituts: Journalismus: zwischen Objektivität, Aktivismus und Auszeichnung
ARD Sounds: Werner Herzog - zu groß für Deutschland

Eine Produktion von epd medien und Grimme-Institut 2026

Transkript anzeigen

00:00:05: Herzlich willkommen zu läuft dem Podcast von Epidemedien und Grimme-Institut.

00:00:10: Hier sind zwei kleine Geständnisse, erstens bis zur Vorbereitung auf dieses Interview habe ich die Organisation der meine heutige Gästin vorsteht in meinem Kopf immer Publix ausgesprochen.

00:00:22: Publx nennen sie sich aber selbst macht ja auch Sinn.

00:00:26: zweitens In den anderthalb Jahren die es PublX jetzt schon öffentlich gibt habe Ich mir ein halbes Dutzend mal vorgenommen hinzugehen.

00:00:33: Ich wohne schließlich in Berlin und mache was mit Medien.

00:00:36: Aber es kam immer etwas dazwischen!

00:00:39: Deswegen kenne ich Publix bis heute nur von Fotos.

00:00:43: Was ist dieses Publiks, fragt ihr euch jetzt vielleicht schon die ganze Zeit?

00:00:47: Es ist eine Medienorganisation – und es ist ein Haus in Berlin-Neukölln.

00:00:52: Ein Haus für Journalismus und Öffentlichkeit.

00:00:55: Ein Begegnungsort für Menschen und Medien.

00:01:01: Und wie es vielleicht dazu beitragen kann, die Krise der etablierten Medien zu lösen.

00:01:06: Darüber spreche ich jetzt mit der Intendantin von Publix Maria Exna.

00:01:10: Bevor sie diesen Posten in den Jahren ist, war Exna Chefredakteurin des Zeitmagazins und stellvertretende Chefredacteurin von ZeitOnline.

00:01:19: Sie kommt also aus dem Journalismus und weiß wovon sie spricht!

00:01:23: In der Medienkritik.

00:01:24: nach dem Interview mal wieder ein Podcast – Werner Herzog zu groß für Deutschland vom SWR.

00:01:38: Wenn jemand noch nie von Publix gehört hat, wie beschreiben Sie diesen Leuten das Konzept?

00:01:43: Publics ist ein Gebäude in Berlin-Neukölln.

00:01:47: Das haben wir vor gut anderthalb Jahren eröffnet mit dem Ziel dort auf fünf Etagen einen Innovationszentrum für die Zukunft der ... Gemeinwohlorientierten Öffentlichkeit, von gemeinwohl orientiertem Journalismus zu schaffen.

00:02:03: Das Gebäude funktioniert im Prinzip wie ein Art-Cowworking-Space mit einer Mission kann man sagen.

00:02:09: also dort arbeiten rund dreißig Organisationen fest in den Büroräumen.

00:02:16: die kommen jeden Tag dahin zur Arbeit.

00:02:17: dazu gehören Redaktionen zum Beispiel die Redaktion vom Korrektiv aber auch Redakteure die für Investigate Europe arbeiten einen investigativ, kollektiv die europäische Geschichten machen.

00:02:29: und dort arbeiten aber auch ganz viele zivilgesellschaftliche Organisationen.

00:02:33: Die sich so rund um das Thema.

00:02:35: einerseits Social Media.

00:02:37: wie können wir unsere Debattenräume ja gemeinwohl orientierter menschenfreundlicher, demokratiefreundlicher gestalten?

00:02:46: Was macht die Medienöffentlichkeit mit dem gesellschaftlichen Zusammenhalt?

00:02:49: Wie können wir an junge Menschen Wissen über Medien- und Journalismus vermitteln?

00:02:53: Also Non-Profit-Organisationen, die zu diesem Thema arbeiten sind auch im Publix Zuhause.

00:02:59: Und diese Organisationen, sie dort zu Hause sind das sozusagen die Kernzelle, die Kraft wenn man so will des Hauses und aus dem Wissen heraus was dort zusammenkommt gestalten wir als Betreiberinnen also ich bin hier Intendantin des Gebäudes sozusagen und und betreibe dieses Gebäude mit einem Team gestalten Wir auch ein öffentliches Veranstaltungsprogramm weil wir gerne Ich hier in der Hauptstadt in Berlin mit dem Gebäudel in Ort schaffen wollten wo ganz regelmäßig mit Expertinnen und Experten, Mitjournalisten, Journalisten, Wissenschaftlern auch PolitikerInnen darüber gesprochen wird.

00:03:32: Was eigentlich mit unserer Medienöffentlichkeit gerade passiert in den letzten zehn Jahren, in den nächsten zehn Jahren?

00:03:38: Und was das auch mit unserem Zusammenhalt in der Gesellschaft und mit der Demokratie macht.

00:03:42: Wir glauben es ist ganz wichtig dass es dafür einen Ort gibt, wo es dezidiert immer wieder mit verschiedenen Zugängen ganz breit interessierten Publikum diskutiert wird.

00:03:53: Und dafür machen wir Abendveranstaltungen, dafür machen aber auch Medienkompetenzangebote.

00:03:59: und genau so arbeiten wir uns voran und sind aber auch noch in einer Experimentierphase.

00:04:04: also ich hatte ja eigentlich gesagt das Haus ist jetzt gut anderthalb Jahre alt und dass was wir jetzt machen ist auch noch viel ausprobieren.

00:04:10: und in fünf Jahren hat sich dann wahrscheinlich ein stabiles Programm heraus kristallisiert.

00:04:15: was Publix dann ganz regelmäßig immer macht und da sind wir auf dem Weg dahin

00:04:20: War dieser Gedanke, dass es einen Ort braucht auch der Ursprung des gesamten Projekts?

00:04:25: Der Ursprungen des Projektes hat sich entwickelt aus der Förderpraxis der Schöpflinstiftung.

00:04:32: Die Schöpflinstriftung ist die Geldgeberin hinter dem Gebäude.

00:04:36: Also sie hat den Bau und Ausstattung des Gebäudes finanziert.

00:04:39: Sie haben angefangen zu einem sehr frühen Zeitpunkt in Deutschland Non-profit Journalismus also gemeinnützigen Journalismus zu fördern gehören zu den Frühenförderern zum Beispiel von Korrektiv.

00:04:50: Aber auch Netzwerkrecherche als ein wichtiger Verbund von recherchierenden Journalisten in Deutschland wird schon viele Jahre unterstützt.

00:04:59: Aus diesem Engagement heraus kam die Idee, wir wollen gerne einen festen Ort schaffen an dem der Zugang zu medialem Handeln zur journalistischen Handeln nicht über die Frage was finanziert sich am Markt sondern über die frage was braucht die Demokratie eigentlich?

00:05:15: und auch eine Infrastruktur zu bieten Organisationen, die in dem Bereich unterwegs sind.

00:05:21: Alleine in der Qualität nicht leisten könnten.

00:05:24: also das Gebäude ist sehr hochwertig ausgestattet wir haben ganz tolle Aufnahmestudios Wir haben wunderbare Veranstaltungsräume wir haben sogar Übernachtungsmöglichkeiten im Haus eine öffentliche Kantine und Das gebäude is so wirklich da um die arbeit aller die da drin ein- und ausgehen zu stärken Und es auch offen dafür dass ganz viele weitere Organisationen und Partner, die in dem Bereich unterwegs sind dort ihre Veranstaltungen machen können.

00:05:51: Damit fahren wir jetzt seit anderthalb Jahren total gutmachen ganz beglückende Erfahrungen das sich zum Beispiel Lehrstühle aus ganz Deutschland ganz bewusst bei uns melden sie zu den Themen forschen und sagen hey ihr seid doch jetzt in Berlin das Haus indem wir unsere Forschung der Öffentlichkeit vorstellen können.

00:06:09: Und genau so wird es eigentlich ein Kraftzentrum dass alle die in diesem Bereich unterwegs ist stärken soll.

00:06:16: Sie haben ja schon gesagt, dass sie die Intendantin sind.

00:06:18: Es ist sicher eine bewusste Wahl gewesen das nicht Geschäftsführerin zum Beispiel zu nennen sondern mit Intendanten ist auch immer eine inhaltliche Schwerpunktsetzung verknüpft.

00:06:30: eigentlich was bedeutet das für sich?

00:06:32: Das bedeutet für mich einerseits auszuwählen wenn es um die festen Arbeitsplätze im Haus geht wir haben ungefähr dreihundert feste Arbeitsplätzen im Haus auszuwählen, welche Organisationen sollen idealerweise da zusammenkommen?

00:06:46: Ja wir sind die vielversprechendsten und auch die vielleicht wirkungskräftigsten Akteure in dem Bereich.

00:06:55: Das ist die eine Seite der anderen Seite.

00:06:57: es aber dann in diesem großen Spektrum ja Wandel der Öffentlichkeit Veränderungen im Journalismus was passiert in unserer medialen Welt eigentlich thematische Schwerpunkte zu setzen zu gucken wie genau wollen wir darauf schauen?

00:07:10: und da haben wir für uns jetzt eigentlich vier Schwerpunkte ausgewählt.

00:07:14: Und das ist jetzt ein Hauptteil meiner Arbeit, zu sagen wir glauben es ist ganz wichtig Technologie und Nachrichtenkompetenz zu vermitteln also wirklich einerseits an die Öffentlichkeit zu vermittel.

00:07:26: Wie wird schon Alismus gemacht?

00:07:28: Welche Prinzipien legen dahinter?

00:07:31: welche Selbstverpflichtungen gibt sich diese Branche eigentlich?

00:07:34: was Ist das Wertversprechen hinter journalistischen Produkten?

00:07:37: Und auch, wie sieht es mit der Fehlerkultur aus?

00:07:40: oder wo bestehen Weiterentwicklungs- und Reflektionsnotwendigkeiten.

00:07:46: Dass es einfällt an des Zweites Technologiekompetenz weil sich natürlich jetzt mit KI eine weitere Riesenveränderung ankündigt und ich das Gefühl hatte wir müssen Sowohl Journalistinnen und Journalisten besser in die Lage versetzen, diese technologischen Veränderungen und ihre Auswirkungen auf Gesellschaft zu verstehen als auch die Öffentlichkeit.

00:08:07: Und das versuchen wir beides also Wir haben ein Programm entwickelt, dass sich Technologiejournalismus Fellowship nennt wo wir in diesem Jahr zum ersten Mal fünf Tech-Journalistinnen weiterbilden damit die informierter hintergründiger und auch unabhängiger über KI und KI Entwicklungen berichten können.

00:08:25: Und wir haben eine halb öffentliche Konferenz dazu auch entwickelt und haben öffentliche Abendveranstaltungen, wo er sich eben auch wiederum die breite Öffentlichkeit informieren kann.

00:08:33: Das ist das zweite Thema.

00:08:34: Das dritte Thema ist gesellschaftlicher Zusammenhalt.

00:08:37: weil ein großer Trend wenn man so will der glaube ich ganz vielen Menschen Sorgen macht ist ja die fortschreitende Polarisierung in der Gesellschaft also es zu bestimmten Themen wirklich kaum noch Konsensfähigkeit gibt und unsere bestimmte Themen die Berichterstattung sehr stark entweder in die eine oder andere Richtung argumentiert und da versuchen wir sowohl Organisationen zu stärken, die zu dem Thema arbeiten.

00:09:03: Aber wir haben jetzt vor zwei Wochen auch einen Lehrstuhl aus Dresden zu Gast gehabt, die ein neues Paper vorgestellt haben bei uns das sich ganz explizit auch an Medien- und Journalistinnen richtet und sagt wenn ihr weniger polarisierend berichten wollt dann sind hier ganz konkrete Handreichungen was gemacht werden kann.

00:09:21: Also das Thema Polarisierung gesellschaftlicher Zusammenhalt ist unser brutter Schwerpunkt.

00:09:26: Und der vierte ist wirklich die Unterstützung von gemeinnützigen Organisationen und auch die Gemeinnützigkeit im Journalismus, also der Journalismus in Deutschland ist, sagen wir mal seit längerem in der Diskussion ob er nicht ein Gemeinnüftigkeitsstatus bekommen kann so wie es in den USA zum Beispiel schon seit vielen Jahrzehnten inzwischen der Fall ist.

00:09:44: Wir setzen uns in diesem Kontext ein dafür insgesamt politische Bildungsarbeit eigentlich Weil dazu kann man sagen gehört auch publizieren, journalistisches Publizieren und die Gemeinnützigkeit davon zu stärken.

00:09:57: Was ein Themenbereich ist der immer stärker unter Druck gerät?

00:10:06: Also ganz interessant ist zum Beispiel tatsächlich so wie wir es im Journalismus in den letzten Jahren schon gelernt haben wenn man über Suizide berichtet eine Trigger-Wahrung an den Anfang zu stellen.

00:10:17: So könnte es tatsächlich helfen, wenn über bestimmte Themen berichtet wird voranzustellen.

00:10:23: Achtung hier geht's jetzt um ein Thema wo die Meinungen in Deutschland relativ polarisierend sind.

00:10:28: oder wir berichten über die Polarisierung aber sozusagen bitte nehmen Sie diesen Beitrag in der Art und Weise war vor dem Hintergrund das wir so polarisiert wie wir glauben zu sein gar nicht sind Also im Prinzip eine Kontextualisierung.

00:10:43: Was nämlich passiert ist, also tatsächlich ist die Berichterstattung über Polarisierung in Deutschland funktioniert ein bisschen wie eine Self-Erfüllung prophecy momentan.

00:10:51: Also dadurch dass viel darüber berichtet wird denken wir Menschen Wir seien schon sehr zersplittert es gäbe kaum noch einen Konsens in der Gesellschaft Es gebe kaum noch ein Thema über das wir uns verständigen können ohne einander eigentlich abzuwerten, ganz stark negative Gefühle gegenüber Menschen zu haben die andere Meinung sind.

00:11:16: Die Realität ist eine ganz andere.

00:11:17: es gibt so ganz vielen großen gesellschaftspolitischen Fragen in Deutschland.

00:11:21: eine totale Mitte-Meinung ja?

00:11:24: Insofern sollte man sehr vorsichtig sein wenn man als Redaktion berichtet über Polarisierung.

00:11:31: genug Kontext zu bieten das ist eine Sache Und die andere Sache ist tatsächlich auch etwas, was jetzt schon lange im Journalismus auch in der Diskussion ist.

00:11:40: Dialogräume zu eröffnen also den Menschen die Möglichkeit zu geben sinnvoll wenn es ein strittiges Thema über ein strittenes Thema berichtet wird.

00:11:49: Möglichkeit zu gehen zum Austausch das könnte digital sein und gut moderierten digitalen Räumen kann da aber auch inform von der Live-Diskussion sein.

00:11:57: Also das sind mal so zwei Beispiele.

00:11:59: Haben sich denn daraus dass diese verschiedenen Organisation bei Ihnen da jetzt zusammen wohnen, auch wenn sie natürlich jeder für sich arbeiten.

00:12:07: Haben Sie daraus schon Synergien ergeben?

00:12:09: Das?

00:12:10: haben Sie sich wahrscheinlich gewünscht dass ihr das auch fördern können?

00:12:14: Genau!

00:12:14: Das ist natürlich eine der interessantesten Fragen.

00:12:17: was macht das Zusammenwohn unter einem Dach jetzt?

00:12:21: und wir sehen also noch mal es ist eben erst gute anderthalb Jahre jetzt, also jetzt sind knapp zwei jahre die Organisation wirklich eingezogen sind.

00:12:30: Wir sehen auf jeden Fall Zufallsbegegnungen, auf die das Haus, wenn man so will, hingebaut wurde.

00:12:36: Also es gibt in den Büroetagen gemeinsame Teeküchen, gemeinsam geteilte Aufenthaltsräume, dass dort ganz viel Austausch und Kennenlernen stattfindet und dort auch sagen wir mal die persönlichen Beziehungen wachsen, die dann dazu führen, dass man auch konkrete Projekte miteinander angehen kann.

00:12:55: Ein Beispiel, also das sozusagen... wirklich so eine Art Moonshoot-Charakter hat.

00:13:01: Also im wörtlichen Sinne, ich erkläre es gleich ist dass wir haben einen eine Organisationen im Haus Vertical Fifty Two heißt die Die kümmert sich um Satellitenbilder für Journalistinnen und Journalisten also die stellt Redaktionen Satellite Bilder zur Verfügung Um über globale Themen anhand dieser Bilder oder mit Hilfe dieser Bilder berichten zu können.

00:13:23: Und die haben jetzt unterstützt von einem von einem Förderer, der auch mit im Haus sitzt.

00:13:28: Die Postcode Lotterie ist eine große Charity-Organisation die ihr Geld mit Lotterieschein einnimmt.

00:13:36: Sie haben da unterstützt, von denen eine Machbarkeitsstudie entwickelt ob man nicht einen unabhängigen Journalismus-Satelliten in die Umlaufbahn tatsächlich bringen kann weil Satellitenbilder bisher oft entweder von privatwirtschaftlichen Organisationen gemacht werden oder tatsächlich staatliche Also stattliche Satelliten sind.

00:13:57: Und ja, das sind so Projekte die bestenfalls durch das Zusammenwohnen in unserem Gebäude entstehen könnten, die wirklich eine ganz beeindruckende Tragweite entwickeln könnten und da freue ich mich natürlich total.

00:14:09: Das heißt Sie haben das Gefühl sie bewirken was mit diesem Ort außer Leuten irgendwie eine Möglichkeit geben Büros einzurichten?

00:14:18: Unbedingt!

00:14:21: Das ist ja etwas, was man in die Welt stellt.

00:14:23: Ja das ist auch von der Stiftung, die das finanziert hat wirklich ein wenn man so will aus der Logik von Risikokapital heraus entwickelt worden.

00:14:30: also zu sagen es ist ein großes Experiment.

00:14:32: wir bauen mal dieses Haus geben dem das Thema und sind zuversichtlich aber wissen natürlich nicht ganz genau dass es dann auch Wirkung entfaltet und wie ich vorhin erzählt habe die Resonanz, die bei mir ankommt.

00:14:46: Das Interesse eben zum Beispiel aus der Forschung aber auch muss ich sagen zunehmend von Medienorganisationen egal ob das Verlage sind, ob es die öffentlich-rechtlichsten sind oder ob das Privatfernsehen ist.

00:14:57: also alle die Journalismus wachen glaube ich haben sich inzwischen auch einmal bei uns gemeldet oder so.

00:15:02: wir sind in Kontakt und insofern habe ich schon das Gefühl dass es ganz zum richtigen Zeitpunkt kam einen Ort anzubieten indem man die Debatte führen kann Wie sollen Medien eigentlich sein, damit sie der Gesellschaft dienen und nicht nur einzelnen Inhabern?

00:15:19: Da wirken Sie als Vernetzer sozusagen.

00:15:22: Ich glaube das ist tatsächlich der größte Beitrag den das Haus leisten kann zusätzlich zu So was ich auch gerade ansprach ja so Ideen Impulse Modellprojekte in die Welt zu bringen

00:15:35: Um

00:15:36: woanders Nachahmung anzustoßen.

00:15:38: wenn dieser podcast erscheint an dem tag da haben sie auch einen Vortrag auf der Republikan mit dem Thema, warum KI die Medienkrise nicht lösen wird.

00:15:48: Haben Sie denn den Eindruck, dass auf KI viel Hoffnung ruht im Moment?

00:15:52: Ich hab zumindest das Gefühl, dass sehr viele Ressourcen da reingesteckt werden.

00:15:58: Also ich habe das Gefühl ... Der AI-Hype, der KI Hype führt eben dazu, dass sich alle Medienorganisationen ganz intensiv damit beschäftigen.

00:16:09: Was können diese Tools für uns tun?

00:16:11: Dass es auch ein Druckgefühl gibt mögliche Effizienzversprechen die diese Tools machen jetzt auch ganz schnell zu realisieren und stimmte Arbeitsprozesse eben billiger effizienter schneller zu machen sicherlich auch mit dem Hintergrund ob's da möglich ist Kosten einzusparen.

00:16:30: Da will ich zumindest mit dem Vortrag einmal so die Frage in den Raum stellen.

00:16:36: Wissen wir eigentlich, mit welchem Ziel diese ganze Ressource, die jetzt in KI investiert wird, da reingeht?

00:16:45: Also was wollen wir damit erreichen?

00:16:46: und ist das, was wir damit erreichen wollen im Sinne der Gesellschaft?

00:16:49: Das werden nun mal meine Brille!

00:16:51: Und im Sinne dieser Gemeinwohlorientierung eigentlich ein lohnenswertes Ziel.

00:16:55: also dass es eigentlich die Frage, die ich damit mit dem vortrag stellen will Und ich glaube, dass wir es beim Journalismus mit einem Teil auch der Infrastruktur einer Gesellschaft zu tun haben.

00:17:06: Wo man im Moment kein Übermaß an Kräfte hat.

00:17:08: Das heißt, man muss irgendwie schon genau überlegen warum geht da jetzt so viel Power in das Experimentieren?

00:17:14: Mit zum Beispiel bestimmten KI-Tools im redaktionellen Arbeitsprozess.

00:17:19: Na wäre ja wahrscheinlich die positiv geframeteste Hoffnung.

00:17:24: Die KI übernimmt viele Aufgaben, zeitfressend sind, aber sozusagen nicht dem Journalismus unbedingt so viel dienen und diese Zeit wird dann frei um bessere Journalismus zu machen.

00:17:38: Genau das ist die Hoffnung!

00:17:40: Und genau zu dieser Hoffnung habe ich jetzt auch mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gesprochen und ein bisschen weltweit geguckt.

00:17:48: was gibt es bis jetzt für Belege dafür?

00:17:51: Das Bild ist natürlich noch sehr frisch.

00:17:53: ja weil das ist ja auch erst seit vielleicht jetzt anderthalb zwei Jahre überhaupt in der Anwendung.

00:17:58: Manche mögen damit schon länger experimentieren.

00:18:01: Aber das, was Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem von vom Hans-Bredo-Institut in Hamburg in der Beobachtung der Implementierung dieser Tools sehen ist, dass es etwas gibt, was die Appropriationen nennen – also die Redaktionen machen sich diese Tools zu eigen.

00:18:17: aber andersherum funktioniert es sozusagen auch so – diese Tools machen sich auch die Reduktion zu eigen.

00:18:22: Das heißt, die Menschen überprüfen Ergebnisse die die KI ausgespuckt hat.

00:18:28: Die Kolleginnen und Kollegen in Reaktion bereiten Datensätze so auf, dass die KI überhaupt sinnvoll damit arbeiten kann.

00:18:35: Das heißt es gibt sehr viel menschliche Arbeit, die rund um den Einsatz dieser Tools geleistet werden muss, damit diese Tools ordentlich funktionieren oder behaupten sind vor das Ergebnisliefer.

00:18:44: Und da kann man aus dem was die Wissenschaft bis jetzt sieht nicht folgern, zum Beispiel mehr Recherche zu machen.

00:18:58: Wissen Sie, was stattdessen helfen würde die Medienkrise zu lösen?

00:19:02: Also jemand muss mal eine Helikopter-Perspektive einnehmen ja.

00:19:07: Natürlich sind alle über die wir jetzt reden, die öffentlich-rechtlichen haben ihre eigene Logik verlegerisch organisierte Medien natürlich ihre verlegerischen Logiken und so weiter.

00:19:18: Und ich glaube schon dass wir an einem Punkt sind wo aus einer politischen Perspektive Es an der Zeit ist zu sagen, jeder von denen kann einen wertvollen Beitrag dazu leisten dass wir eine insgesamt für die Demokratie gut funktionierende Medienlandschaft erhalten.

00:19:37: Auch eine hohe Medienvielfalt das ist vor allen Dingen ganz wichtig und dafür brauchen wir aber gezielte politische und auch Förderimpulse.

00:19:48: um zum Beispiel anzuregen experimentiert doch mit KI Aber wir geben zusätzliche Gelder da rein damit nicht von der bisher schon geleisteten redaktionellen Arbeit eigentlich etwas abgezogen wird, um jetzt erstmal drei Jahre damit zu experimentieren was gegebenenfalls mit KI Anwendungen wirklich an sinnvollen redaktionen Produkten entstehen kann.

00:20:10: Aber ich glaube, um sowas jetzt zu entwickeln brauchen wir wirklich Transformation und Investitionsgeld in dieser Branche, was so per se im Moment nicht vorhanden ist.

00:20:24: Ich finde es interessant, dass Sie immer wieder diesen Helikopterblick haben.

00:20:28: Das ist ja im Grunde der Blick der Forschung.

00:20:32: Dass sie den immer wieder erwähnen... Ist das denn was?

00:20:36: Medienforschung gibt's ja immer schon!

00:20:38: Ist das etwas auf dem Journalismus zu wenig gehört hat in den letzten Jahrzehnten und was es jetzt mehr braucht?

00:20:46: Mein Eindruck ist Ja.

00:20:48: Mich hat das immer umgetrieben von oben drauf zu gucken, was machen wir hier eigentlich?

00:20:53: Also, ist das was wir machen eigentlich wirksam?

00:20:55: Und ich glaube diese Wirksamkeitsfrage die sich die Wissenschaft ja ganz stark stellt bei Experimenten und so weiter.

00:21:01: Die sich aber auch andere auch Wirtschaftszweige, glaube ich viel früher, viel stärker stellen mussten.

00:21:07: Wirksamkeit da verstanden im Sinne von habe ich eigentlich ein Produkt dass wirklich beim Endverbraucher oder beim Industriekunden genauso wie es ist top ankommt.

00:21:16: Das sind also beides sozusagen an der Medien, wo ich sagen würde die Medienbranche aufgrund der hohen Umsätze, die da gemacht worden sind über viele Jahrzehnte muss man sagen.

00:21:27: Die sich dann nicht so stark gestellt wurden weil der Druck nicht so hoch war.

00:21:30: jetzt ist aber schon seit Beginn der Digitalisierung, also sicherlich seit zwanzig Jahren und zunehmend der Drucks gerade aus den privatwirtschaftlichen Fuß, also ein erforderliches Geschäftsmodell zu entwickeln gilt extrem hoch.

00:21:43: und da hätte glaube ich Offenheit und das Interesse daran, was weiß man eigentlich aus wissenschaftlicher Perspektive über das, was wir hier tun.

00:21:51: Aber wo können wir auch von anderen Feldern lernen?

00:21:54: Sie versprechen in ihrem Vortrag ja auch, dass Ende der Angst technologisch den Anschluss zu verpassen.

00:22:01: Und ich habe gedacht, das könnte ich Ihnen jetzt so als Frage stellen, wo kommt das her sozusagen oder wie erzeugt man dieses Ende?

00:22:08: aber ich hab gedacht vielleicht machen sie einfach den Hörenden dieses Podcasts mal Mut!

00:22:13: Also ich glaube, dass es total möglich ist super wertvolle journalistische Arbeit in hier und heute zu machen ohne die Angst im Rücken zu spüren gerade den Anschluss zur Verpassen.

00:22:27: Ich würde niemanden jetzt empfehlen bitte kümmert euch gar nicht um KI und was das für euch und eure Produkte tun kann.

00:22:34: aber man sollte es mit der gebotenen Ruhe machen sich genug Zeit nehmen tatsächlich auch eine gute KI Strategie zu entwickeln.

00:22:42: Also welche Prozesse in meinem Unternehmen, unserem Newsroom eignen sich überhaupt dafür, sich von diesen Tools unterstützen zu lassen.

00:22:51: Welche Art von Recherchen wollen wir gerne machen und können es bis jetzt nicht?

00:22:56: Und sich dafür dann gezielt nach den richtigen Tools umzugucken und sich nicht treiben zu lassen von der Angst gerade den Anschluss zu verpassen?

00:23:06: weil die Menschen da draußen, die Bürgerinnen und Bürger glauben ja.

00:23:10: Die Verlage, den Medienhäuser werden KI dazu einsetzen um irgendwie billiger zu produzieren effizienter zu werden.

00:23:17: Die glauben aber nicht per se dass wir das dafür einsetzen werden damit die Nachrichten besser werden.

00:23:23: Damit die Berichterstattung relevanter und glaubwürdiger wird sondern eher im Gegenteil.

00:23:27: Die gehen eigentlich davon aus dass das Produkt was bei ihnen ankommt durch den Einsatz von KI eher schlechter wird Und ich glaube es ist etwas was man ernst nehmen kann seinem Publikum erst mal mit oder ohne KI einfach ein richtig gutes journalistisches Produkt liefern könnte.

00:24:03: Das Grimme-Institut ist am elften Juni Gastgeber einer Fachtagung in Düsseldorf mit dem Titel Diskursraum, Journalismus zwischen Objektivität, Aktivismus und Auszeichnung.

00:24:15: Der Besuch ist kostenlos – auch dazu findet ihr einen Link in der Podcastbeschreibung!

00:24:20: Und damit auf zur Medienkritik.

00:24:26: Es gäbe eine relativ einfache und kompakte Art über den Filmemacher Werner Herzog zu sprechen.

00:24:32: Er lässt sich die Generation des neuen deutschen Films zuordnen.

00:24:35: Er feierte in den Neunzehntsiebzigern einige große Erfolge mit Filmen wie Agire der Zorn Gottes und Fitzcarraldo, beide mit Klaus Kinski in der Hauptrolle.

00:24:44: In den neunzigern wanderte Herzog in die USA aus und erlebte dort eine erstaunliche zweite Blüte vor allem als Dokumentarfilmer und als teutonische Kultfigur mit markanter Stimme.

00:24:57: Im Podcast Werner-Herzog zu Groß.

00:24:59: für Deutschland von SWR und Plotprodukt klingt das natürlich ein bisschen anders.

00:25:05: Welcome please, Werner Herzog.

00:25:07: Verna Herzog!

00:25:08: The greatest filmmaker alive... Please welcome

00:25:10: to the Late Show,

00:25:11: Wernar

00:25:11: Herzog!!!

00:25:13: Werner Herzog ein dreieinachtzigjähriger Deutscher ist für viele einer der besten Regisseure auf der ganzen Welt aber auch als Schauspieler is er kult.

00:25:23: Er verleiht einem Alien in der Comic-Serie Rick and Morty seine Stimme und er tritt als Bösewicht in der Star Wars Serie The Mandalorian auf.

00:25:34: Das passt.

00:25:35: Schließlich hat Werner Herzog ja auch einen Hang zum Monumentalen.

00:25:38: Obwohl er Dokumentarfilme macht, ist der nicht so sehr an Fakten und mehr an dem interessiert was er selbst extatische Wahrheit nennt – an Bedeutungen, Gefühlen vor allem von Menschen in Extremsituationen.

00:25:54: Das fasziniert Autor & Host Max Osenstetter.

00:25:58: So vieles klar!

00:25:59: Wie ihn überhaupt die ganze Figur Werner Herzog faszinhert, der er sich in diesem sechsteiligen Podcast in kreisenden Bewegung zu nähern versucht.

00:26:07: Er spricht mit Wegepferdinnen, gräbt dem Archiv.

00:26:10: Erzählt die schon oft erzählte erstaunliche Geschichte des Dschungeldrehs von Fizcarraldo erneut in dem Herzog ein riesiges Schiff über einen Berg transportieren

00:26:19: ließ.".

00:26:22: Herzog selbst möchte nicht mitmachen – er lehnt die Anfrage gleich am Anfang ab und es gibt auch keine überraschende Wendungen mehr!

00:26:30: Deswegen bleibt der Podcast eine Betrachtung von Werner Herzog durch Max Osenstetter, Auch die größte Stärke des Podcasts.

00:26:41: Der subjektive Blick!

00:26:43: All die Behauptungen am Anfang, den Deutschland kennt ihn niemand.

00:26:46: in den USA ist er ein Star.

00:26:48: Ich schmücke auch gerne meine Geschichten aus obwohl ich Journalist bin.

00:26:51: wir sind uns also ähnlich.

00:26:52: Das sind alles nur Marketing-Hooks.

00:26:55: Die eigentliche Botschaft lautet...

00:27:05: Denn ihr müsst wissen, ich bin kein Filmfreak und kein Kulturnörd.

00:27:09: Bis vor Kurzem hatte ich selbst nicht so viel Ahnung von Werner Herzog.

00:27:13: Begeisterung ist immer eine gute Motivation um einen Podcast zu machen – und sie transportiert sich!

00:27:19: Dafür lohnt sich Werner Herzog.

00:27:21: zu groß für Deutschland auch.

00:27:22: Alle sechs Folgen gibt es seit dem April bei ARD Sounds und als freier Podcast Feed Und damit sind wir wieder am Ende von Läuft.

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